2010-10 – Aktion Tobi-Maxi

Von unserem Redaktionsmitglied
CHRISTOPH ACKFELD

Rheda-Wiedenbrück (gl). Tobi benötigt seine Zeit, bis er auftaut: Das Kreishaus in Gütersloh, die vielen Menschen um ihn herum, das ist ihm zunächst nicht geheuer. Er hält sich an seinen Vater, Heinz-Josef Beiwinkel. Das Eis bricht Landrat Sven-Georg Adenauer, der Tobi einen Polizeiteddy überreicht. Ein Geschenk, das gefällt.
Tobias Maximilian, so sein vollständiger Name, spielt, lacht und quatscht. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Selbstverständlich ist das nicht. Anfang des Jahres hängt sein Leben an einem seidenen Faden, wie sein Vater erklärt. Blutkrebs diagnostizieren die Ärzte Ende 2009, Tobis Zustand verschlechtert sich Anfang 2010. Ein Knochenmarkspender wird dringend gesucht, das Schicksal des Jungen aus Batenhorst löst eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Adenauer übernimmt die Schirmherrschaft der Aktion „Hilfe für Tobias und andere“.
Eine Erfolgsgeschichte, wie die Organisatoren gestern berichten: 5000 Menschen lassen sich registrieren, 200.000 Euro an Spenden werden gesammelt. Tobis Schicksal rettet zugleich das Leben anderer Patienten. Für ihn wird eine Spenderin in Bayern gefunden. Aber die Beiwinkels geben Leben zurück. Tobis Bruder Alexander hat sich im März typisieren lassen und spendet im August Knochenmark. „Das ist wirklich unglaublich. Super, man fühlt sich klasse, wenn man Leben rettet“, sagt der 22-Jährige, der mit seiner Spende einer 59-jährigen Niederländerin hilft. Die Erkältungserscheinungen, die bei der Vorbereitung auf die Transplantation auftreten, nimmt Alexander Beiwinkel gern in Kauf.
„Wir haben Leben aus der Datenbank gewonnen. Durch die Aktion können wir etwas zurückgeben“, erklärt Heinz-Josef Beiwinkel. Von den 5000 Menschen, die bei der Aktion mitgemacht haben, haben zwölf schon helfen können. „Das ist gigantisch“, sagt Ingrid Seipolt von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Einer von ihnen ist Marc Jocksch aus Stromberg, der einem Amerikaner zu neuem Leben verhilft.
Während Marc Jocksch, Heinz-Josef Beiwinkel, Ingrid Seipolt und Sven-Georg Adenauer über den Erfolg der Aktion berichten, wird Tobi munter. Der Teddy des Landrats hat es ihm angetan, die Apfelschorle schmeckt dem mittlerweile Dreijährigen. „Das war ein Etappenziel“, sagt sein Vater. Diesen Geburtstag im Juli wollte die Familie unbedingt erreichen. Tobi hat es geschafft.
Das Bild zeigt (v. l.) Heinz-Josef, Tobias Maximilian und Alexander Beiwinkel.

Bedanken möchten wir uns bei ALLEN, die die Fahrten/Aktionen annehmen und so für solche (stolzen) Erfolge sorgen !! Fußball in Verbindung mit Hilfe !! Tolle Aktion einfach, macht weiter so !! DANKE